Der Lübecker
StadtDiskurs

Wo steht Lübeck morgen?

Das Leben ist in die Stadt zurückgekehrt! Die GE­MEIN­NÜT­ZIGE hat der Stadt ein Stadtprojekt gewidmet: Die Stadt bietet Wissen, Erwerb, Gedächtnis, Gefühl, Erlebnis, daneben Wohnqualität sowie öffentlichen Raum. Stadt ist gebaute Gemeinschaft. Wir haben Sie, die Bürger dieser Stadt, eingeladen – zu hören, zu denken und sich auszutauschen.

Zum 225. Jubiläum hat sich die GE­MEIN­NÜT­ZIGE auf den Weg gemacht, unsere Stadt und ihre Entwicklung auf den Prüfstand einer großen Befragung zu stellen. Dazu haben wir Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, gebraucht, denn das Ganze ergibt nur einen Sinn, wenn die ganze Stadtgesellschaft mitmacht. Und das haben Sie getan. Gemeinsam mit diversen Stimmen von außen haben wir feststellen wollen, auf was wir auch für die Zukunft zählen können, welche Traditionen es zu erhalten gibt, aber auch welchen Platz die Wissenschaft an der Nahtstelle zur Wirtschaft einnehmen soll uvm. Alles sollte auf den Tisch, sollte gewendet, diskutiert und abgewogen werden. Dabei stand zunächst das Gespräch über die Vorträge und deren Thesen im Vordergrund, dann wurden allerdings auch Gedanken zur Entfaltung von Praxis und Handlungsperspektiven zur Diskussion gestellt.

Am Ende standen zwar noch keine festen Verabredungen für die Zukunft, aber wir haben vor, in einem öffentlichen Treffen am Mittwoch, 13. April 2016, 19:00, im Gartensaal der GE­MEIN­NÜT­ZIGEN Gestalter und Mitdiskutanten zusammenzubringen, um das, was an Fragen für Lübeck übrig geblieben ist, aufzunehmen und das, was die Zuhörer mitgenommen haben, den Machern zu spiegeln. Zu diesem Termin sind Sie alle herzlich eingeladen. Es wird sich um ein Gespräch ohne Hauptredner handeln. Die engagierten Diskutanten sind gefragt! Die zweite Verabredung bezieht sich auf eine Publikation, deren Umfang noch nicht feststeht. Außerdem ist geplant, die Gespräche über Lübeck mit vier Terminen im Jahr bei den Dienstagsvorträgen der GE­MEIN­NÜT­ZIGEN mit Gesprächspartnern und Rednern aus unserer eigenen Stadt voranzutreiben.

Veranstaltungen

Nach einem etwa 45-minütigen Vortrag eines auswärtigen Experten haben jeweils drei bis vier sachverständige Mitbürger »Lübecker Fragen« gestellt oder einen Kommentar abgegeben; danach fand regelmäßig eine Gesprächsrunde mit dem Publikum statt.

Dienstag, 08.11.2016, 19:30, Großer Saal der GE­MEIN­NÜT­ZIGEN, Eintritt frei

Lübecker Stadtdiskurs im Rahmen der Dienstagsvorträge: Travemünde – Seebad und „dicke Pötte“

Nach einem Impuls von Christian Lukas, LTM, werden Antje Peters-Hirt und Dr. Manfred Eickhölter mit den Architekten Ingo Siegmund und Jens Uwe Pörksen, dem Investor Sven Hollesen, Christoph Reinhart vom Bereich Denkmalpflege sowie mit an Travemünde interessierten und engagierten Bürgern und Experten über aktuelle Themen wie das Kreuzfahrtterminal, die Entwicklung des Priwalls, den Kulturbahnhof, den Fischereihafen und das Leuchtenfeld sprechen. Das Publikum wird beteiligt.

Dienstag, 25.10.2016, 19:30, Großer Saal der GE­MEIN­NÜT­ZIGEN, Eintritt frei

Lübecker Stadtdiskurs im Rahmen der Dienstagsvorträge: „Bad Moisling an der Trave – gestern, heute und morgen“

Wir möchten Sie herzlich zu einem hoffentlich kurzweiligen Abend über ein interessantes Thema, das in vielen Facetten gezeigt werden soll, nämlich Moisling, einladen.
Das Impulsreferat übernimmt Prof. Frank Schwartze, der Städtebau und Stadtbaugeschichte lehrt und sich in den letzten Jahren intensiv mit der städtebaulichen Entwicklung der Stadt beschäftigt hat.

„Wie kaum eine Stadt unserer Region hat das holsteinische Bad Moisling an den gravierenden Umbrüchen und Entwicklungen des letzten Jahrhunderts schwer zu tragen“, so Frank Schwartze. „Selbst ein aufmerksamer Beobachter erkennt heute kaum noch die Spuren und Zeugnisse des reichen historischen Erbes der Stadt, die sich mit Offenheit und Ideen bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts von einem Marktflecken zur Stadt und schließlich zu einem beliebten Heilbad an der Trave entwickelt hatte.

Heute steht die Stadt vor einer erneuten Veränderung. 50 Jahre nach der Schließung des Bahnhofes und mit dem bevorstehendem Wiederanschluss an die Bahnlinie will sich die Stadt als lebenswerter und attraktiver Ort in der Metropolregion Hamburg neu positionieren. Der Blick in die Geschichte auf das im wahrsten Sinne des Wortes verschüttete Erbe der Stadt soll dazu anregen mit dem Wissen über das Gestern Ideen für das Morgen zu entwickeln.“

Im Anschluss wird die Projektleiterin Annette Quast, Tollerort, das Projekt „Soziale Stadt“ Moisling vorstellen. Sodann führen Frank Schwartze und Annette Quast ihre Ideen zusammen. Wir setzen fort mit einem Gespräch mit den „Moisling Experten“ Angelika Krüger (Stadtteilbeirat), Günter Ambrosius (GV), Olaf Klein (Pastor) und Wolfgang Thieß (Rot-Weiß). Dann kommen die „Macher“ ins Spiel. Antje Peters-Hirt unterhält sich mit Achim Selk, Stadtplanungsamt, und Dr. Matthias Rasch, Geschäftsführer der „Trave“. Einen Ausblick geben am Schluss Annette Quast und Achim Selk. Die Moderation übernimmt Antje Peters-Hirt.

Mittwoch, 13.04.2016, 19:00, Gartensaal der GE­MEIN­NÜT­ZIGEN, Eintritt frei

Gespräch und Diskussion

Wir hatten vor, in einem öffentlichen Treffen am Mittwoch, 13. April 2016, 19:00, im Gartensaal der GEMEIN­NÜTZIGEN Gestalter und Mitdiskutanten zusammenzubringen, um das, was an Fragen für Lübeck übrig geblieben war, aufzunehmen und das, was die Zuhörer mitgenommen hatten, den Machern zu spiegeln. Zu diesem Termin waren Sie alle herzlich eingeladen. Es handelte sich um ein Gespräch ohne Hauptredner. Die engagierten Diskutanten waren gefragt!

08.02.2016, 20:30 Uhr und 11.02.2016, 18:00, Kommunales Kino Lübeck

Film: »The Human Scale« (Andreas M. Dalsgaard, DK 2012)

Das Kino KOKI - Kommunales Kino Lübeck zeigt am Montag, den 08. Februar um 20:30 Uhr und am Donnerstag, den 11. Februar um 18:00 den Film: The Human Scale von Andreas M. Dalsgaard (DK 2012, 80 min).

Seit über 40 Jahren steht für den Architekten und Städteplaner Jan Gehl das Leben der Menschen in Großstädten im Mittelpunkt seiner visionären und revolutionären Arbeit.
Jan Gehl und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, neues Leben in die Innenstädte zu bringen, sie wieder lebenswert zu machen. Ihre Städteplanung zielt auf die Optimierung der Beziehung zwischen gebauter Umwelt und der Lebensqualität ihrer Bewohner. Sie wollen die Großstädte von der Überflutung durch Autos bewahren, Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer schaffen, öffentliche Plätze „zurückerobern“. Der nachhaltige Ansatz Jan Gehls und der Architekten, die seinem Weg folgen, veränderten diese Innenstädte merklich zu Gunsten ihrer Bewohner.
Im Anschluss an den Film laden die Veranstalter zu einem Filmgespräch ein.

Mittwoch, 20.01.2016, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

»Unstillbarer Hunger nach Echtem«?

Lübecks Altstadt zwischen Wiederaufbau, Rekonstruktion und Themenarchitektur

In der Stadtmitte werden seit Beginn der modernen Stadtplanung divergierende Interessen ausgetragen. Im Namen der Funktionalität wurden hier oft »unwirtliche« Räume geschaffen, die das identitätsstiftende Potential der Kernstädte schwächen. Heute sind die Stadtzentren zurück im öffentlichen Bewusstsein: als Konsum- und Freizeitzone, aber auch als Räume, mit denen sich die Bürgerschaft in besonderer Weise identifiziert. Die Debatte um die Altstadt und die »richtige« Architektur in historischen Stadträumen scheint in eine neue Phase eingetreten.

Mittwoch, 18.11.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Wie plant man in einer alten Stadt für morgen?

Eine alte, traditionsreiche Stadt wie Lübeck stellt für jegliche Art von Stadtplanung eine große Herausforderung dar. Dr. Hans Stimmann, früherer Lübecker Bausenator und langjähriger, einflussreicher Senatsbaudirektor von Berlin, wird sich in seinem Vortrag mit dieser Herausforderung beschäftigen. Er schreibt dazu:

„Es geht bei dem Problem des Umgangs mit den historischen Innenstädten in Deutschland in der Regel um die Zukunft der als Folge des Zweiten Weltkrieges zerstörten Innenstädte. Bekanntlich ging es den Planern der Nachkriegszeit in Ost und West immer um den Umgang mit der Geschichte soweit sie sich im Stadtgrundriss, in den Eigentumsverhältnissen und in der Architektur der Häuser ausgedruckt hat.
Die Altstadtstrukturen galten als überholt, nicht geeignet für die Zukunft. Berlin steht dabei für die radikalste Form der Modernisierung unter dem Vorzeichen des Sozialismus. Geplant wurde eine neue Stadt für eine neue Gesellschaft. Auch Lübeck steht in abgemilderter Form für diese Haltung. Heute – 70 Jahre nach Kriegsende – geht es um den Umgang mit dieser Form der Nachkriegsgeschichte und um die Zukunftsvorstellung einer neuen Generation vom Leben in den historischen Innenstädten.
In Berlin und Lübeck wird dieser radikale Wechsel der Wertschätzung durch die Internetgeneration auf unterschiedliche Art sichtbar.“

Die »Lübecker Fragen« werden von Frank Müller-Horn (Stadtökonom, Lübeck), Frank Schwartze (Professor für Städtebau im FB Bauwesen, FHS Lübeck) und Klaus Petersen (Architekt und Stadtplaner, petersen pörksen partner architekten + stadtplaner bda, Lübeck) gestellt werden.

06.11.2015, 10:15 Uhr, Cinestar Stadthalle Kino 7

Film: »Kurze Zukunft« (Dorothea Carl, DE 2015)

Im Rahmen der „Nordischen Filmtage Lübeck“ zeigt das Kino Cinestar Stadthalle (Kino 7), am Freitag, den 06. November, um 10:15 Uhr den Film: »Kurze Zukunft« von Dorothea Carl, DE 2015, 83 Min., dt. OF), die Regisseurin begleitet die Vorführung:

Der Bau der ersten Innenstadt-Ikea-Filiale in Hamburg-Altona löste Kontroversen aus. Die Langzeitbeoachtung erzählt die wechselvolle Geschichte einer Straße.

Die Neue Große Bergstraße in Hamburg-Altona erlebt – wie viele Einkaufsstraßen – seit Jahren einen unaufhörlichen Niedergang. Ende der Neunzigerjahre erobern Künstler die leerstehenden Ladenflächen und ein reges Kulturleben entsteht. 2008 erhalten Pläne für ein „Stadthaus“, das Geschäften, Wohnungen und sozialen Einrichtungen Platz bietet, den politischen Zuschlag, finden aber erst einmal keinen Investor. Bis Ikea Interesse an einer innerstädtischen Filiale anmeldet ...
Der Film begleitet die gesamten Bauarbeiten, befragt BewohnerInnen, Aktivisten, Ladeninhaber und KünstlerInnen über die Veränderung der Straße, zeigt fantasievolle Widerstandsaktionen und Visionen, aber auch hilflose Ohnmacht und politische Willkür.

Mittwoch, 14.10.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

„Ich stifte meiner Vaterstadt“ …
Zu Geschichte und Gegenwart von Stiftungen und Stadt

Schon in der Antike war es üblich, dass wohlhabende Bürger und Bürgerinnen durch Stiftungen das Ansehen, die Entwicklung oder auch Verschönerung der Stadt, in der sie lebten, zu befördern suchten. Seit dem frühen Mittelalter finden wir diesen Gedanken auch in Deutschland. Je ausgeprägter die Stadtkultur, je größer die Autonomie der Stadt und die Identifikation der Bürger mit ihr, desto häufiger stifteten die Bürger, nicht zuletzt, um in einer Gemeinschaft von Gleichrangigen, etwa einem Stadtpatriziat, ein wenig herauszustechen. Aufsteiger stifteten, um akzeptiert zu werden; Echte Empathie, Heilserwartungen und politische Ziele verdichteten sich zu einem Stiftungsimpuls. Die Stadt und ihre Bürger profitierten davon in vielfältiger Weise. Im Prinzip hat sich daran bis heute wenig geändert, nur daß die Stiftungen in der modernen Gesellschaft auch ein Ausdruck von Pluralität in der Stadtentwicklung darstellen.

Der Vortrag wird die historische Entwicklung des Stiftens in der und für die Stadt aufzeigen und daraus ein paar Gedanken für ein Verständnis des Stiftens in urbanen Zusammenhängen des 21. Jahrhunderts entwickeln.

Mittwoch, 16.09.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Kunst und öffentlicher Raum – Das Initiativprojekt „Stadtkuratorin Hamburg“

Das Initiativprojekt Stadtkuratorin Hamburg der Freien und Hansestadt Hamburg hat zum Ziel, den aktuellen Stand der Debatte um Kunst im städtischen Kontext zu reflektieren und zur Diskussion anzuregen. Zugleich soll das Initiativprojekt neue Formate der Ausstellung und der Kunstproduktion ermöglichen und so der Kulturszene Hamburgs neue Impulse geben.

Das Programm umfasst die Bereiche „Aktivieren“, „Kuratieren“ und „Vermitteln“. Die Geschichte bereits bestehender Kunstwerke im Hamburger Stadtraum wird dabei erforscht und unter den Bedingungen einer transkulturellen Kunstgeschichte neu bewertet. Es werden Strategien aktueller zeitgenössischer Kunst befragt in einer Zeit der Erosion öffentlicher demokratischer Räume.
Diskurse zum Urbanen und zum Öffentlichen sollen in dem zweijährigen Programm neu gedacht werden und erweiterte Perspektiven und Begriffe gefunden werden. Ziel der Aktivitäten ist es, die Möglichkeiten von Kunst im Öffentlichen Raum neu auszuloten, um von Hamburg aus eine Diskussion um europäische und globale Kunst anzuregen.
Diese Zusammenhänge wird Sophie Goltz in Lübeck vorstellen und so zugleich eine Diskussion über die Lübecker Verhältnisse anregen.

Mittwoch, 15.07.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Stadt, Wissenschaft, Bürger - Thesen zu einem spannungsreichen Verhältnis

Wissenschaft ist die neue Produktivkraft, von der wesentliche Impulse für die Entwicklung von Städten ausgehen. Das Verhältnis der akademischen Welt zur lokalen Zivilgesellschaft auf der einen und der kommunalen Planung und Politik auf der anderen Seite ist allerdings schon seit alters her ein spannungsreiches.

Dieser Vortrag wird nach einem kurzen Blick in die Stadt des 14. Jahrhunderts zwei Hauptteile haben. Im ersten Teil geht es um die Bedeutung der Wissenschaft für die Stadtentwicklung. Es wird hier noch einmal ein besonderer Blick auf das Verhältnis von Hochschulen und Stadt geworfen. In einem zweiten Teil wird das Wissen der Bürgerinnen und Bürger und seine Bedeutung für die Entwicklung der Städte im Mittelpunkt stehen.
Im Schluss wird dann noch einmal unterstrichen, dass diese beiden Sphären des Wissens und der Wissensproduktion durchaus zusammengehören und was daraus folgt.

Mittwoch, 17.06.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Urban Pioneers: Kreative Milieus in der Stadtentwicklung

Städte konkurrieren heute mit Lebensqualität um Kapital und Köpfe. Dabei spielen kreative Milieus - Räume, in denen Menschen ihr Lebensumfeld zum Arbeiten und Wohnen selbst mitgestalten können - eine große Rolle.

Klaus Overmeyer zeigt in seinem Vortrag, welchen Einfluss kreative Räume auf die Stadt von morgen nehmen können und welche Weichen wir heute in unseren Städten dafür stellen müssen.

Für Lübecker Kommentare stehen zu diesem Termin Dr. Matthias Rasch, Prof. Dr. Cornelius Borck, Klaus Brendle und Prof. Frank Schwartze zur Verfügung.

Mittwoch, 20.05.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Einfallsreiches Weiterbauen im Bestand – auch des Lübecker Weltkulturerbes

Den roten Faden seiner Arbeiten bilden einfallsreiche gut durchdachte Kopplungen von Tradition und Moderne in der Stadtarchitektur. Seine Arbeiten kreisen um das Problem, wie sich die Eigenwertigkeit des gebauten Bestandes in der europäischen Stadt mit neuen Ansprüchen an flexible Stadträume der 'Wissensgesellschaft' verbinden lässt.
"In jedem alten Haus steckt ein neues", davon jedenfalls ist Marco Zünd überzeugt. Zünd setzt dabei auf Synthese von Alt und Neu und scheut durchaus vor Umdeutungen (Nutzungsänderungen etc.) bestehender Bauten nicht zurück.
Er arbeitet am Begriff des "Wiederfindens", mit dem er eine in die Zukunft gerichtete Strategie meint, die er mit der Geschichtshaltigkeit der "Fundstätte" zu verbinden sucht. Er sucht und findet methodische Potenziale im Bestand, um die Zeitachse der Geschichte zu instrumentalisieren und schließlich eine glaubhafte und weiterhin identitätsstiftende neue Geschichte über dem Vergangenen zu erzählen. Für Zünd sind seine Entwürfe "Umgang mit dem Repertoire" im Sinne des – wörtlich – Wiederfindens.
Wenn der Kunstkritiker Boris Groys feststellt, dass "das Neue nur so neu sein darf, dass es an alten Maßstäben noch gemessen werden kann", so arbeitet Marco Zünd in immer neuen individuellen Anläufen an diesem Verhältnis und der Gewichtung der Teile.

Wir freuen uns, dass Senator Franz-Peter Boden, Antonius Jeiler und Michael Scheftel für einen kurzen Lübecker Kommentar zur Verfügung stehen und damit die Diskussion eröffnen.

11.05.2015, 18:00 Uhr, Kommunales Kino Lübeck

Film: »EXHIBITION« (Joanna Hogg, UK 2013)

In Kooperation mit dem Lübecker Stadtdiskurs zeigt das Kino KOKI - Kommunales Kino Lübeck, am Montag, den 11. Mai, um 18:00 Uhr den Film: »EXHIBITION« von Joanna Hogg (UK 2013, 104 Min, OF mit deutschen UT).

H und D leben in einem extravaganten Bau im Londoner Stadtteil Kensington. Sie arbeiten parallel an ihren Projekten, geben Telefoninterviews, lassen die Außenwelt nur gedämpft hinein und verabreden sich über die Haussprechanlage zu Sex oder Abendessen. H hat das Gefühl, schon zu lange an einem Ort zu leben. Er überzeugt D, das Haus zu verkaufen. Im Prozess der Ablösung gerät die Beziehung in eine Krise. Plötzlich erhält D, die Angst vor Veränderungen hat, das Angebot einer großen Einzelausstellung. Wird die Ehe zerbrechen oder ein Neuanfang gelingen? Stellt sich heraus, dass ihr Traumhaus die ganze Zeit schon ein Gefängnis war?
EXHIBITION, der neue Film der „einzigartig begabten Filmemacherin“ (Martin Scorsese) Joanna Hogg, ist ein großstädtisches Kammerspiel mit drei Darstellern: der Ex-Slits-Gitarristin Viv Albertine, dem Maler und Objektkünstler Liam Gillick und dem „H-House“ des Architekten James Melvin.

Mittwoch, 22.04.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Wohnen in der Wissens-Stadt – biographische Episode oder lebenslange Konstante?

Es ist noch nicht sehr lange her, dass es als ungeschriebenes Gesetz galt, mit Einstieg ins Erwerbsleben und Gründung einer Familie die Stadt als Wohnort aufzugeben und gegen ein Eigenheim am Stadtrand einzutauschen. Die Selbstverständlichkeit dieses lebenszyklischen Wohnmusters hat in den letzten Jahren jedoch zunehmend Risse bekommen: Die Wissensgesellschaft hat die Welt der Arbeit in einer Weise umstrukturiert, dass manches dafür spricht, den Wohnort in der Nähe der dynamischen „Hot Spots“ der inneren Stadt zu belassen. Besonders urbane Quartiere, zentral gelegen und hoch verdichtet haben so eine bemerkenswerte Renaissance erfahren. So weit, so gut. Doch es bleiben Fragen: Sind all die Motive, die junge Familien jahrzehntelang an den Stadtrand getrieben haben, nun plötzlich vergessen? Oder kommen sie nur auf andere Weise zum Ausdruck, in Form neuartiger oder wiederbelebter Kompromissmodelle? Und was bedeutet das dann für unsere Städte: Verändern sie ihre Strukturen? Und wie müssen sie sich weiterentwickeln, wenn immer mehr Haushalte die Stadt nicht nur als biographische Episode verstehen, sondern als den Ort, an dem sie ihr gesamtes Leben verbringen wollen?

Dr. Marcus Menzl, Jahrgang 1969, ist Stadtsoziologe und verantwortet seit 2007 bei der HafenCity Hamburg GmbH alle Fragen zur sozialen Entwicklung des neuen Stadtteils. Daneben ist er an verschiedenen Universitäten in der Lehre tätig und betreibt Forschung zu unterschiedlichen Aspekten der Stadtentwicklung (insbesondere Sub- und Reurbanisierungsprozesse, soziale Mischung, Konstitution von (Wohn-)Alltag, soziale Dynamiken in Quartieren).

12./13./17.03.2015, 18:00 Uhr, Kommunales Kino Lübeck

Film: »Wem gehört die Stadt? - Bürger in Bewegung«

In Kooperation mit dem Lübecker Stadtdiskurs zeigt das Kino KOKI - Kommunales Kino Lübeck, am Donnerstag, 12. März, Freitag, 13. März und Dienstag, 17. März, jeweils um 18:00 Uhr den Film: „Wem gehört die Stadt? - Bürger in Bewegung“ von Anna Ditges (D 2014, 90 Min, FSK: o. A.).

Mittwoch, 11.03.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Spezifika kleiner Großstädte: Das Konzept »Knowledge Pearls«

Wie konkurrieren und kooperieren kleine und mittelgroße Wissensstädte mit anderen Städten?

Viele Städte in Europa haben den Ehrgeiz, eine „Wissensstadt“ zu sein, aber sie unterscheiden sich stark in Bezug auf Größe, Ressourcen, Spezialisierung und ihrer Position in den vielfältigen (inter)nationalen Städtenetzen. Willem van Winden stellt eine Typologie von „Wissensstädten“ vor und konzentriert sich speziell auf kleine und mittelgroße „Wissensstädte“. Wie weit greift ihr Einflussbereich bei entsprechenden Maßnahmen? Wie konkurrieren und kooperieren sie mit anderen Städten? Welche neuen Ansätze der Politik sehen wir in ganz Europa?

Einerseits stehen die Städte, die fokussiert werden, in einem Wettbewerb mit anderen, größeren Städten, der als Magnet für Talente und Treiber für Investments wirkt. Andererseits bietet ihr menschlicher Maßstab (human scale), ihre überschaubare Größe Möglichkeiten.

Ein Schlüsselfaktor besteht darin, wie die Universität mit anderen „Spielern“ in der Stadt zusammenarbeitet. Im zweiten Teil des Vortrages wird herausgearbeitet, wie die Universität ein Anker für die Stadtentwicklung, für die Wirtschaft einer Stadt und ihre soziale und kulturelle Entwicklung sein kann. Was können wir von anderen europäischen Städten in dieser Hinsicht lernen? Dr. van Winden stellt dafür seine Expertise als Berater für EUniverCities, einem Netzwerk von 15 mittelgroßen europäischen Städten, die sich auf den Weg gemacht haben, den Kontakt zwischen Stadt und Universität zu verbessern und zu vertiefen, bereit.

Welche Lehren können wir daraus für Lübeck ziehen? Der Vortrag des Amsterdamer Professors für „Urban Knowledge Economy & Strategy“ basiert auf einer Studie zahlreicher „Wissensstädte“ in Europa.

ACHTUNG, Termin- und Ortsänderung:

Donnerstag, 26.02.2015, 19:00 Uhr, Kolosseum, Kronsforder Allee 25, Eintritt frei

»Phönix aus der Asche«?

Phönix aus der Asche? Die Neuerfindung der Stadt und die Rückkehr der Produktion.

Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der gesellschaftlichen Wandlungsprozesse der letzten Jahrzehnte ist der Bedeutungsgewinn der Stadt. Mit dem Übergang zu einer Wissensökonomie werden intellektuelle Arbeit und Kreativität zu zentralen Produktionsfaktoren. Davon profitieren vor allem die Städte mit einer hoch qualifizierten Bevölkerung. Gleichzeitig ist die Frauenerwerbstätigkeit in den letzten Jahren deutlich gestiegen und der Arbeitsmarkt insgesamt unsicherer geworden. Vor diesem Hintergrund entdecken viele die Vorteile der Stadt wieder. Die Stadt bietet nicht nur ein breites Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten, sondern auch vielfältigste Dienstleistungen vor Ort.

Allerdings ist der Wandel von einer Industrie- zu einer Wissensökonomie auch mit einer zunehmenden Segmentierung der Stadtgesellschaft und der Herausbildung neuer Formen sozialer Ungleichheit verbunden. Im unteren Qualifikationsbereich hat sich die Absorptionsfähigkeit städtischer Arbeitsmärkte gravierend verengt. Der Arbeitsmarkt bietet „Verlierern“ des Strukturwandels und vielfach auch Migranten nur begrenzt Zugang und Aufstiegsmöglichkeiten. Niedrigschwellige Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote, die nicht in die Prekarität führen, sind eine der großen Herausforderungen für Einwanderungsstädte.

Wie realistisch es ist, die Produktion wieder in relevanter Weise in die Städte zu holen, muss sich noch erweisen. Aber es lohnt sich, über neue Verknüpfungen und Kooperationen von wissensbasieren Dienstleistungen, Industrie, Kreativwirtschaft, urbanen Manufakturen, FabLabs und lokalen Ökonomien nachzudenken.

Mittwoch, 21.01.2015, 19:00 Uhr, Großer Saal der Gemeinnützigen, Eintritt frei

Aus der Tiefe des städtischen Wissensraums

Aus der Tiefe des städtischen Wissensraums: Welche Basis-Kompetenzen der städtischen <Bodentruppen der Globalisierung>, also von Krankenschwestern, Polizisten, Hebammen, HandwerkerInnen, Taxifahrern ... , sind relevant für die Stadtentwicklung?

Eine Stadt des Wissens ist mehr als eine Ansammlung von Institutionen, die sich mit Bildung und Wissenschaft befassen. Das Wissen einer Stadt manifestiert sich auch nicht in Geldströmen, die in solche Institutionen fließen. Viel zentraler ist die Haltung aller städtischen Akteure – von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Kultureinrichtungen und VertreterInnen in Politik und Verwaltung – zur Relevanz von Wissen in den unterschiedlichen städtischen Handlungsfeldern. Wissensaneignung erfolgt ausschließlich von Menschen selbst. Fraglich ist, ob sie dies freiwillig und neugierig oder vermeintlich gezwungenermaßen tun. Davon hängt ab, wie verfügbare Wissensquellen fruchtbar werden und nachhaltig sprudeln können. Denn wir wissen, dass sich Städte, ebenso wie die sie belebenden Menschen, längst nicht mehr auf einem einmal erworbenen, begrenzten Wissensfundus ausruhen können. Lebenslanges Lernen gilt für große, mittlere und kleinere Städte genauso wie für die sie nutzenden und gestaltenden Menschen. Dabei spielt verfügbares unterschiedliches Erfahrungswissen und dessen kritische Reflexion immer eine wesentliche Rolle für den Erwerb neuen Wissens, das als urbane Produktivkraft wirksam werden kann.

Ingrid Breckner ist eine der profiliertesten StadtforscherInnen Deutschlands – mit einem breiten sozialen Interessen- und Arbeitsspektrum. Geboren in Mediasch (Rumänien) ist Frau Breckner nach einem Studium der Erziehungswissenschaften und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München seit 1995 Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie in Hamburg.

Mittwoch, 03.12.2014, 19:00 Uhr, Kolosseum, Kronsforder Allee 25, Eintritt frei

Architektur und das Besondere der Stadt

Zur sozialen Konstruktion des städtischen Raums, der Stadtarchitektur und seiner Wissenslandschaften

Städte können wir als Räume begreifen, in denen sich unterschiedliche Bedeutungsebenen überlagern. Manche dieser Ebenen sind materiell (wie Gebäude, Wahrzeichen, Denkmäler), manche sind immateriell (wie Imaginationen, Lieder oder Geschichten einer Stadt). Immer aber sind diese Ebenen sozial konstruiert.
In diesem Vortrag soll es daher um die soziale Konstruktion des städtischen Raums gehen und ein Augenmerk auf die architektonischen Elemente dieses Raums gelegt werden.
Silke Steets greift damit einige zentrale Fragen der Stadtdiskurs-Reihe auf. Sie wirft ihren architektursoziologisch geschulten Blick auch konkret auf einzelne Bauten und ihre Nutzungskonzepte. Sie widmet sich der Frage, wie man traditionelle Nutzungen mit neuen Notwendigkeiten verbinden kann, wie Umnutzungen auf alter Grundstruktur möglich sind und wie das Weiterbauen im Bestand aussehen kann.
Der Abend wird eingerahmt durch einige Lübecker Bürgerinnen und Bürger, die ihre Lübecker Fragen dem Referenten stellen und ihre Vorstellungen davon zum Ausdruck bringen, was für sie selbst die Fragestellung des Abends bedeutet. Im Anschluss daran wird – wie immer – das Publikum ausführlich beteiligt. Wir werden uns bemühen, Interessierte mit ihren Fragestellungen und Initiativen zusammenzuführen.

Mittwoch, 19.11.2014, 19:00 Uhr

Neue interventionistische Stadtpolitiken

Kunst, Kultur und Stadt in der Perspektive von Kreativen und Raumpionieren

Der Hamburger Architekt und Professor für Designtheorie an der HFBK, Hamburg, Prof. Dr. Friedrich von Borries, greift ein überaus interessantes und wichtiges Stadtdiskurs-Thema auf. Die Stadt der Zukunft wird ohne derartige Überlegungen zu „Neuen interventionistischen Stadtpolitiken. Kunst, Kultur, und Stadt in der Perspektive von Kreativen und Raumpionieren“ kaum ihre volle Entwicklungsmöglichkeit haben.
Längst ist Stadtentwicklung keine Domäne allein von Planungsprofis mehr. Gerade im letzten Jahrzehnt hat sich ein ‚informeller Urbanismus‘ verstärkt, mit dem eine neue Kultur der Einmischung in öffentlich-städtische Belange sich ausdrückt, in der eigenständige Taktiken und einfallsreiche, teilweise auch durchaus freche Interventionen entwickelt werden. Neue Akteursnetze und neue Kompetenzen (Wissen!) treten damit ins Blickfeld. Für die junge Wissenschaftsstadt auf hanseatischem Grund vielleicht eine spannende Perspektiverweiterung?
Der Abend wird eingerahmt durch einige Lübecker Bürgerinnen und Bürger, die ihre Lübecker Fragen dem Referenten stellen und ihre Vorstellungen davon zum Ausdruck bringen, was für sie selbst die Fragestellung des Abends bedeutet. Im Anschluss daran wird – wie immer – das Publikum ausführlich beteiligt. Wir werden uns bemühen, Interessierte mit ihren Fragestellungen und Initiativen am Ende des Abends zusammenzuführen.

Mittwoch, 17.09.2014, 19:00 Uhr

»Wie tickt diese Stadt?«

“Wie tickt diese Stadt?“ Worin gründet ihre Identität? Was ist die “Seele“ der Stadt Lübeck, was ihre geistige Lebensform, ihre besondere Atmosphäre? Wo sind Potentiale und Herausforderungen? Notizen zu Lübeck als Anmutung.

Dass New York nicht Wanne-Eickel, Lübeck nicht Liverpool ist, sich Städte also signifikant unterscheiden, ist uns Alltagsmenschen selbstverständlich, der sozialwissenschaftlichen Stadtforschung aber recht gleichgültig. Der Vortrag sucht diesen ‚Zwischenraum‘ zu erschließen. Ausgehend von der These, dass jede Stadt in dem Zusammenspiel von kulturellen Traditionen, materialer Umwelt und räumlicher Form, von kulturellen Dispositionen und Alltagsästhetik, die ihr und nur ihr eigene symbolische Ordnung hervorbringt, soll nach der lokalspezifischen Besonderheit, nach dem individuellen Charakter Lübecks, nach dem eigensinnigen Zusammenspiel von Stadtgestalt und Stadtkultur gefragt werden.

Mittwoch, 03.09.2014, 19:00 Uhr

Auftaktveranstaltung

Nach einer Begrüßung durch Titus Heldt und einer Eröffnung von Antje Peters-Hirt wird Prof. Dr. Ulf Matthiesen, Berlin, Grundidee und Motivation skizzieren und den Fokus auf die gesamte Stadt richten.

Es folgen sieben dreiminütige Statements unterschiedlicher Lübecker: Prof. Dr. Cornelius Borck, Hans-Achim Körber, Dr. Birte Lipinski, Thorben Rodust und Jörg Sellerbeck (Renate Menken, Dr. Raimund Mildner). Prof. Dr. Alexa Färber, Hamburg, führt die Statements zusammen und entwickelt die Themen der folgenden Abende. Anschließend suchen wir das Gespräch mit dem Publikum, um weitere Themen und Fragen für die nächsten Abende zu sammeln. Musik, O-Töne und Bilder warten auf Sie und lohnen zusätzlich die Teilnahme.

Kontakt

Gesellschaft zur Beförderung
gemeinnütziger Tätigkeit

Königstrasse 5
23552 Lübeck

tel 0451 75454
fax 0451 796354
mail

Idee, Konzeption und Umsetzung:
Antje Peters-Hirt und Prof. Dr. Ulf Matthiesen

In Zusammenarbeit mit:

Wir danken der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung und der Possehl-Stiftung für ihre Unterstützung.
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